Nicht auf der Erde lasten – regionales Bildungsprojekt zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Bei einem hochrangigen Gipfeltreffen der Vereinten Nationen vom 25. bis 27. September 2015 wurde die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unter dem Titel „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichten sich, auf die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen („Sustainable Development Goals“ – SDGs) auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten.

Mit dem Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 wurden alle Bundesministerien in Österreich mit der kohärenten Umsetzung der „Agenda 2030“ beauftragt.
Es geht um Generieren und Vermitteln von Wissen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, wobei entlang von vier Themenfeldern – Erde, Wasser, Luft, Feuer – der Bezug zu den SDGs gesucht und ihre Relevanz für das Leben auf unserem Planeten und in unserer Lebenswelt geformt wird. Das Projekt generiert Wissen über die SDGs und bietet erläuternde, interpretierende und wegweisende Hilfestellungen. Mit diesem Projekt kann die in den SDGs ausgedrückte Zielsetzung der Vereinten Nationen als etwas Relevantes für die eigene Lebenswelt erkannt und in das regional-pannonische und nationale Geschehen eingeordnet werden. Das Projekt behauptet keine Problemlösung, vielmehr eine Problementfaltung, indem die SDGs durch Erläuterungsarbeit und eigene künstlerisch-spielerische Gestaltung von einem globalen Konferenzphänomen zu einer handhabbaren Herausforderung für das überblickte politische System und die eigene Lebenswelt transformiert werden.

Wir laden für die Durchführung des Projekts insbesondere „Landarbeiter“ und „Landlustige“ ein, also einerseits junge Menschen, wie Berufsschüler, die zumeist vom Land (aus einem Landwirtschaftsbetrieb) kommen und für die Arbeit auf dem Land vorbereitet werden; und Menschen, die aus der Stadt kommen und die Sehnsucht nach Ländlichkeit und mancherlei Ideen dafür mitbringen, quasi Trendsettern neuer Ländlichkeit; weiters Kunstschaffenden: Bildende Künstler (Maler, Bildhauer), Tänzer, Dichter und Musiker / Musikanten (Solisten und Chöre).
Das Projekt findet im Burgenland statt, als eine Aktivität des Europahauses, das als eine von Landespolitik unabhängige Regionalstelle für entwicklungspolitische Information, Bildung und Beratung bekannt ist, eine lange Geschichte hat und diese Geschichte immer wieder erinnert und reflektiert und so eine Idee von europa- und entwicklungspolitischer Bildung formt. Das Europahaus versteht sich heute als Atelier für kosmopolitische Theorie, Praxis und Poesie.

Die Vereinten Nationen als politikgestaltende Ebene bzw. die Ideen der internationalen Gemeinschaften und der Weltbürgerschaft als identitätsstiftende Größen sind seit vielen Jahren ein Sinn-Horizont der Bildungsarbeit des Europahauses, die durch die Dag Hammarskjöld-Forschung gut begründet wird. In der Auseinandersetzung mit den SDGs nehmen wir die Globalen Ziele der Vereinten Nationen, jedenfalls eine Auswahl davon, in den Blick und tauchen sie in unseren regionalen Kosmos, was einerseits der Öffentlichkeit im Burgenland informativ zukommt, wie auch der inhaltlichen Anreicherung und Überprüfung der kosmopolitischen Ausrichtung des Europahauses dient. „Nicht auf der Erde lasten“, meint, im Lichte der SDGs für die Bildung eine weltverträgliche Leichtigkeit des Seins ins Bild zu setzen.

Das Charakteristische an den nachhaltigen Entwicklungszielen scheint (auf den ersten Blick; eine genauere Auseinandersetzung ist Teil des Projekts) ein materielles Verständnis von Nachhaltigkeit zu sein, als ob es sich bei Land, Wasser, Energie, Luft und Leben um Ressourcen handelt, deren Bewirtschaftbarkeit und Verwaltbarkeit bereits rundum akzeptiert wäre. Hier wird eine auf alten Weisheiten (Lao Tse) und kosmopolitischen Ideen basierende Skepsis eingebracht, wonach die Welt nicht geformt werden kann, wie ein materielles Ding und es wird die Frage gestellt, was denn sonst noch im Spiel ist bzw. [im Sinne des Bildungsverständnisses von Friedrich
Schiller] ins Spiel gebracht werden kann.

Projektveranstaltungen im 2. Halbjahr 2019

DO 17.10.2019 | 16:00 – 18:00 | Europahaus Burgenland
FARBENSPIELE
Übermalaktion mit der Ausstellung “Nicht auf der Erde lasten“ mit Ilse Hirschmann und Präsentation am 22.10.2019.
Bitte um Anmeldung!

MO 21.10.2019 | 18:30 | Rathaus Eisenstadt
WIE NACHHALTIG SIND DIE ENTWICKLUNGSZIELE?
Podiumsdiskussion mit
Sybille C. Fritsch-Oppermann, (Moderation)
Tilman Evers, Henning Melber, Christian Vielhaber (angefragt)

DI 22.10.2019 |18:30 | Pongratz-Haus, Eisenstadt
Vernissage der Ausstellung
NICHT AUF DER ERDE LASTEN
anschließend Gespräch über
DAG HAMMARSKJÖLD, DIE VEREINTEN NATIONEN UND DIE ENTKOLONIALISIERUNG VON AFRIKA
mit Henning Melber, em. Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung, Schweden und Autor des Buches „Dag Hammarskjöld, The United Nations and the Decolonisation of Africa“.

MI 23.10.2019 | 19:30 | Freuraum, Eisenstadt
POESIE DES WASSERS
Forum mit Playbacktheater
Es spielt die „Playbäckerei“ mit:
Claudia Andersag, Sabine Aydt, Beatrix Friedl, Ursula Silaen
Musik: Gabriel Kiesenhofer, Spielleitung: Margarete Meixner
DO 24.10.2019 | 19:00 | Pongratz-Haus, Eisenstadt
MENSCHENRECHTE UND
WELTBÜRGERRECHT IM ZEITALTER DER ÖKOLOGISCHEN KATASTROPHE
Zum Welttag der Vereinten Nationen mit dem Buchautor
Till Bastian, Mediziner, Publizist und Autor, Deutschland.

Einladung NICHT AUF DER ERDE LASTEN entwicklungspolitische Bildungswoche in Eisenstadt

MO 11.11.2019 | 18:00
VON WASSER LERNEN:
HIN ZU EINEM KREATIVEN WIR!
Bibliotheksgespräch mit Hildegard Kurt, Kulturwissenschafterin, Autorin und Mitbegründerin des »und.Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e.V.« (und.Institut) in Berlin, Mitinitiatorin der Erdfest-Initiative seit 2018.
In Eisenstadt (Ort offen).

DI 12.11.2019 | 09:00 – 15:00
LEBENDIGKEITSWERKSTATT „WASSER“
Seminar mit Hildegard Kurt

Projektveranstaltungen im 1. Halbjahr 2019

FR 15.03.2019 | 18:00
Nicht auf der Erde lasten
Entwicklungspolitischer Bildungstag in Güssing
Begrüßung: Gerhard Müllner, Direktor der
Landwirtschaftlichen Fachschule, Güssing
Vernissage der Ausstellung
„Nicht auf der Erde lasten“
Einführung: Wolfgang Zumdick, Philosoph, Aachen und Oxford.
In Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing
Landwirtschaftliche Fachschule, Stremtalstr. 19, 7540 Güssing
FR 15.03.2019 | 18:30
Podiumsdiskussion
„Nachhaltige Entwicklung –
global gedacht, erdfest gemacht „
Martina Kaller, Globalhistorikerin,
Universität Wien (Moderation)
Otmar Höll, Politikwissenschafter, Wien
Franz Tutzer, Landwirtschaftliche
Fachschule, Bozen
Henning Melber, Dag Hammarskjöld-Stiftung, Uppsala
In Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing
Landwirtschaftliche Fachschule, Stremtalstr. 19, 7540 Güssing

Einladung NICHT AUF DER ERDE LASTEN – Entwicklungspolitischer Bildungstag in Güssing

Mo 18.03.2019 | 19:00
Bibliotheksgespräch
Zum Welttag der Poesie (21. März)
Über Poesie und Nachhaltigkeit
Mit Wolfgang Zumdick„Philosoph,
Aachen und Oxford
Europahaus Burgenland
Mo 29.04.2019 | 14:30 – 18:00
und Di 30.04.2019 | 09:00 – 14:30
Seminar
„Nicht auf der Erde lasten“
zu den nach­haltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs)
Mit Hildegard Kurt, Kulturwissenschafterin, Nachhaltigkeitsforscherin und Autorin, Berlin
In Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing
Landwirtschaftliche Fachschule, Stremtalstr. 19, 7540 Güssing
Mo 29.04.2019 | 19:00
Bibliotheksgespräch
„Wie erdfest bin ich?
Wie erdfest ist unsere Zivilisation?“
Umrisse einer Philosophie der Erdfestigkeit.
Mit Hildegard Kurt, Kulturwissenschafterin, Nachhaltigkeitsforscherin und Autorin, Berlin
In Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing
Landwirtschaftliche Fachschule, Stremtalstr. 19, 7540 Güssing