Herkunft braucht Zukunft – Pannonien 2021!

Versuch einer weltbürgerlichen Erzählung für Pannonien.

Jubiläumskonferenz zu "90 Jahre Burgenland / 45 Jahre Europahaus".
17. – 19. März 2011

"Der eigentliche Ort der Entwicklung ist das Experiment an der Grenze" (Paul Tillich)

Die Evolution hat für das Denken einen wichtigen Verzögerungsmechanismus vorgesehen. Auftauchende Zukunftsbilder werden zunächst in das Archiv der Erinnerungen befördert und dort mit vorhandenen Mustern und Erfahrungen abgeglichen, erst dann erfolgt (idealer weise) eine Reaktion. Je reichhaltiger die Erinnerungen, je erfahrener das Leben, je mehr Geschichte(n) zur Verfügung sind, umso mehr Zukunftsmöglichkeiten liegen vor. Mit dem Slogan "Zukunft braucht Herkunft" betont der Philosoph Odo Marquard die Bedeutung der Geschichte(n) für die Orientierung in allen Welt- und Lebenslagen.

Doch liegt Geschichte nicht einfach vor, nur weil die Zeit vergeht und viele Dinge sich ereignen. Sie ist, wie eine luzide Definition besagt, eine "Interpretation der Vergangenheit aus Interessen der Gegenwart. Geschichte entsteht erst durch die Orientierungssuche von Gegenwärtigen, die in die Zukunft blicken. Die Vergangenheit Pannoniens mag noch so reich sein an blühenden Zeiten und feinen Traditionen, Toleranz, Weltoffenheit, kultureller Vielfalt usw.; ohne gegenwärtige Interessen, ohne Zukunftshoffnung, ohne politische Anliegen, ohne bürgerliche Forderungen würde kein Blick darauf geworfen werden. Daher gilt auch: Herkunft braucht Zukunft!

Erst das Streben nach einem weltoffenen Pannonien erzeugt seine kosmopolitische Geschichte, die, so eine These für unsere Konferenz, für die Lebenskunst in der Weltgesellschaft gültige Muster bereithält. Für das, in historischen Maßstäben betrachtet, sehr junge Burgenland eine besondere Herausforderung. Es verdankt seine Existenz einer im nationalistischen Geist vollzogenen Neuordnung Mitteleuropas nach dem ersten Weltkrieg, gehört heute einem kleinen, westlich orientierten und im Hinblick auf globale Entwicklungen kleinkarierten Österreich an, ist zugleich aber Teil einer nach Osten und Südosten nunmehr wieder offenen Region, deren Geschichte auch von besonderer Weltoffenheit, Kultiviertheit und Modernität gekennzeichnet war.

Eingebettet in pannonischer Idee bekommt das Burgenland viel mehr Geschichte und viel mehr Zukunftsmöglichkeit. Mit der Utopie "Pannonien" lassen wir die kosmopolitische Geschichte dieser Region hervortreten. Herkunft braucht Zukunft - und die soll lauten: Pannonien als humanistische, ökologische und weltoffene europäische Region, eine kosmopolitische Heimat.

Programm als PDF zum download

Einladung für 17. März zum download

Einladung für 19. März zum download